Diese Woche hatte ich Stress wegen einer anonymen Beschwerde über mich wegen dem, was ich in meinen Blogs schreibe. Vor allem mein Anfangseintag auf deathrant.net scheint für große Aufregung gesorgt zu haben. Nunja, es war zumindest interessant zu erfahren, wie die Uni reagiert hat. Die Verantwortlichkeit wurde hin- und hergeschoben, bis irgendwie die Entscheidung gefunden wurde, dass ich zum Betriebsarzt gehen soll, um mir meine Unbedenklichkeit attestieren zu lassen. Da war ich dann gestern und habe mir meine Unbedenklichkeit attestieren lassen – juhu!
Eigentlich muss ich zwar mit solchen panischen Reaktionen von Leuten, die mich nicht wirklich kennen, rechnen, aber ich will nicht jedes halbe Jahr oder noch öfter wegen irgendwelchen Überreaktionen belästigt werden. Ich mein’, einmal war’s vielleicht noch lustig, aber das sollte eigentlich auch genug sein. Kommt schon, Leute! Ich bin wirklich kein agressives Tier und würde eher meinem eigenen Leben ein Ende setzen als irgendwelche sinnlosen gewalttätigen Aktionen durchzuführen, die sowieso nur die Öffentlichkeit gegen Leute wie mich (*hier jetzt bitte irgendeine beliebige Kategorisierung meiner selbst einfügen*) aufbringen würde. Ne, das ist irgendwie schlecht für die Public Relations, das Karma und das seltsame Computerspiel, das sich “Leben” nennt. Aber mir selbst muss ich natürlich auch nichts antun, denn es ist viel besser der Welt mal ordentlich verbal den Stinkefinger zu zeigen und andere so lange zu kritisieren, bis sie anfangen nachzudenken (oder agressiv werden und sich damit selber angreifbar machen). Wie viele Menschen hätten denn nicht sterben müssen, wenn sie einfach mal geredet hätten, anstatt irgendetwas Unbedachtes zu unternehmen? Ist doch wahr: Manche Menschen würden eher sterben oder morden als wirklich mal auszusprechen was sie wirklich denken – und das tun sie auch! Letzterer Satz ist eigentlich eine Modifikation eines Zitats von Bertrand Russell:
Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.
Also bitte keine Panik mehr schieben, okay? Ich will eigentlich, dass niemand sterben muss, aber das lässt sich momentan nur schwer erreichen. Ständig sterben irgendwelche Leute in blöden Kriegen, oder Schlachthäusern (ja, Tiere sind auch Leute!), oder an Krankheiten, oder weil sie am Leben verzweifeln. Das ist in der Tat höchst ärgerlich, aber das lässt sich nicht mit anderen Mitteln beheben als die Diplomatie zu bemühen und die Forschung voranzutreieben. Ich selber hoffe ja, dass es uns fortschrittlichere Technologie ermöglichen wird alle großen Probleme zu lösen. Natürlich ist dafür nicht nur Technologie an sich, sondern auch guter Wille erforderlich; aber es lässt sich sicher irgendwie einrichten, dass der auch vorhanden ist. Im Zweifelsfall muss ich dann eben noch mehr schreiben, reden und kritisieren.
P.S.: Es macht auch keinen Sinn, mich bei meinem Arbeitgeber anzuschwärzen, weil ich zoophil bin. Das wurde schon gemacht, und es hat nichts gebracht, außer Aufregung über die Engstirnigkeit der Beschwerdeführenden.

